15:41 Lena: Also, wenn man Dispenza beim Wort nimmt, ist der erste Schritt eigentlich das „Verlernen“. Er sagt ja, man muss das alte Ich sterben lassen, um Platz für das neue zu machen. Das klingt dramatisch, aber im Grunde meint er, dass wir unsere gewohnten Reaktionen beobachten müssen. Dieses „Fragen und Erkennen“, wie es in der QRV-Methode beschrieben wird.
16:01 Miles: Ja, das finde ich einen super Ansatz. Erst mal merken: „Ah, da ist er wieder, mein Standard-Ärger über den Stau.“ In dem Moment, wo ich das beobachte, bin ich nicht mehr die Emotion, sondern der Beobachter. Da entsteht dieser kleine Spalt, diese Freiheit.
16:16 Lena: Und dann kommt die Neuausrichtung. In der Meditation geht es darum, die Aufmerksamkeit komplett von der Außenwelt abzuziehen. Er sagt ja oft: „Augen zu, Ohren zu.“ Man setzt sich hin und wird zum „Nichts“. Das ist am Anfang total schwer, weil der Körper ständig Signale sendet: „Mein Bein juckt“, „Ich hab Hunger“, „Wie spät ist es?“.
16:37 Miles: Oh ja, der Körper ist wie ein quengeliges Kind, das nicht stillsitzen will. Aber genau da liegt die Übung: Dem Körper beizubringen, dass der Geist der Herr im Haus ist. Dispenza nennt das, den Körper „zu zähmen“. Wenn man es schafft, lange genug im „Nichts“ zu verweilen, dann fangen die Gehirnwellen an, sich zu ordnen.
16:55 Lena: Und dann kommt der kreative Teil. Man stellt sich seine Zukunft vor. Aber eben nicht wie einen Film, den man nur anschaut, sondern man muss ihn fühlen. Er nutzt da ja oft diese Mind Movies – so kleine Videoclips mit Bildern und Musik, die die gewünschte Zukunft zeigen. Das hilft dem Gehirn, ein klares Zielbild zu bauen.
17:16 Miles: Das Spannende an diesen Mind Movies ist ja, dass sie beide Gehirnhälften ansprechen. Die Bilder für die rechte, die Texte für die linke. Und wenn dann noch die passende Musik dazu kommt, die eine erhöhte Emotion auslöst, dann ist das wie eine direkte Injektion ins Unterbewusstsein. Man programmiert sich quasi selbst auf Erfolg oder Heilung.
17:34 Lena: Ich hab da neulich was gelesen, dass man das am besten morgens direkt nach dem Aufwachen oder abends vor dem Schlafengehen macht. Eben weil man da sowieso schon in diesem Theta-Zustand ist. Da ist die Tür weit offen. Man „erinnert“ sich quasi an seine Zukunft, bis der Körper denkt, sie sei schon real.
17:51 Miles: Und dann kommt der wichtigste Punkt, den viele vergessen: Das Loslassen. Nachdem man die Energie hochgefahren hat, nachdem man seine Intention ins Feld gesendet hat, muss man die Bestellung quasi „abschließen“. Man darf nicht ständig kontrollieren, wann und wie es passiert. Das wäre ja wieder der Kontrollwahn des alten Ichs.
18:09 Lena: Stimmt, das ist dieses Vertrauen ins Quantenfeld. Man muss davon ausgehen, dass die Realität schon existiert und jetzt auf dem Weg zu einem ist. Dispenza sagt, das Zeichen, dass es funktioniert, ist oft eine Synchronizität. Also ein unerwarteter Anruf, eine zufällige Begegnung – Dinge, die man nicht hätte planen können.
18:28 Miles: Das ist dann das Feedback vom Feld, oder? „Ich hab dich gehört.“ Aber man muss eben auch im Alltag als diese neue Person handeln. Man kann nicht 20 Minuten meditieren und den Rest des Tages wieder das alte, meckernde Ich sein. Das würde das Signal ja sofort wieder löschen.
18:43 Lena: Man muss die neue Identität verkörpern. Wenn ich mich als gesunder, glücklicher Mensch sehe, wie würde ich mich dann im Stau verhalten? Wahrscheinlich entspannter. Es ist ein kontinuierlicher Prozess. Er sagt ja: „Das größte Experiment deines Lebens bist du selbst.“
18:59 Miles: Das erfordert natürlich Disziplin. Er ist da ja sehr direkt: Von nichts kommt nichts. Man muss bereit sein, sich jeden Tag hinzusetzen und die Arbeit zu machen. Aber wenn man sich die Erfolgsgeschichten anschaut – Menschen, die chronische Krankheiten überwunden haben oder ihr Leben komplett gedreht haben –, dann scheint sich der Aufwand ja echt zu lohnen.
19:18 Lena: Definitiv. Und was ich so ermutigend finde: Er sagt, man muss kein Mönch sein. Er schreibt für ganz gewöhnliche Menschen – Hausfrauen, Ingenieure, Studenten. Jeder hat diese Hardware eingebaut. Wir müssen nur lernen, sie richtig zu bedienen.
19:34 Miles: Wobei es ja auch ein paar Warnungen gibt. Clif High zum Beispiel, der sich auch viel mit Manifestation beschäftigt, sagt ja, dass man keine anderen Menschen direkt manipulieren kann. Jeder hat seinen eigenen freien Willen. Es geht also primär um die eigene Realität.
19:48 Lena: Und man sollte vorsichtig mit negativen Emotionen sein. Wenn Wut und Hass so starke Vibrationen erzeugen, dann manifestieren sie eben auch Dinge, die wir eigentlich nicht wollen – bis hin zu körperlichen Schäden. Es ist also auch eine Form von Verantwortung, die man für seine Gedanken übernimmt.
20:04 Miles: Unterm Strick heißt das: Bewusstsein ist Macht. Aber wie sieht das mit diesem speziellen Konzept der Hypno-Manifestation aus? Das klingt ja noch mal eine Stufe tiefer.