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Die Magie der geschützten Zeitblöcke 6:44 Jackson: Du hast vorhin den Vormittag angesprochen. Da gibt es ja diesen schönen Tipp: „Eat the frog“. Also die schwierigste Aufgabe gleich als Erstes erledigen . Aber mal ehrlich, Lena, wie oft schaffst du das wirklich? Meistens guckt man doch „nur mal kurz“ in die Mails und – schwupps – ist es Mittag.
7:01 Lena: Oh ja, das kenne ich nur zu gut. Aber genau da setzt ja das Konzept vom „Timeblocking“ an. Das ist im Grunde nichts anderes, als sich selbst Termine im Kalender zu machen – aber nicht mit anderen, sondern mit der eigenen Aufgabe . Man reserviert sich feste Zeitfenster, zum Beispiel 90-Minuten-Blöcke, in denen man nichts anderes macht als diese eine Sache.
7:22 Jackson: 90 Minuten klingt erst mal machbar, aber in einer Welt, in der unsere Aufmerksamkeit im Schnitt nur 8 Sekunden anhält, ist das ja fast schon eine Ewigkeit. Wobei die Forschung ja sagt, dass sogar bis zu vier Stunden Deep Work pro Tag möglich sind, wenn man es trainiert . Aber das ist dann wahrscheinlich schon die Champions League, oder?
7:40 Lena: Definitiv. Newport sagt sogar, dass drei bis vier Stunden das absolute Maximum dessen sind, was ein Mensch an hochkonzentrierter Arbeit pro Tag leisten kann . Alles darüber hinaus ist meistens nur noch Schattenboxen. Aber das Spannende ist ja der Vergleich: In der Softwareentwicklung hat man gesehen, dass zwei Stunden fokussierte Arbeit denselben Output liefern können wie sechs Stunden fragmentiertes Arbeiten . Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Du sparst vier Stunden Zeit, nur indem du die Ablenkungen weglässt!
8:08 Jackson: Das ist echt krass. Aber weisst du, was das Problem beim Wechseln zwischen Aufgaben ist? Dieser „Aufmerksamkeitsrückstand“. Ich hab das bei Newport gelesen: Wenn du von Aufgabe A zu Aufgabe B wechselst, bleibt ein Teil deines Gehirns immer noch bei A hängen . Du bist also bei Aufgabe B niemals zu 100 Prozent präsent. Und wenn du das ständig machst, bist du eigentlich den ganzen Tag nur so mit halber Kraft unterwegs.
8:34 Lena: Stimmt, das fühlt sich dann so an, als ob man ständig im Nebel stochert. Deshalb ist ja dieses Monotasking so wichtig – also sich wirklich nur auf eine einzige Sache zu konzentrieren . Und weisst du, was mir dabei hilft? Die Pomodoro-Technik. Das klingt erst mal banal – 25 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause – aber es entlastet das Gehirn ungemein, weil man weiß: Ich muss mich nur für diese 25 Minuten zusammenreißen .
8:59 Jackson: Ja, das mit den 25 Minuten hab ich auch schon probiert. Aber oft bin ich gerade so richtig drin im Thema, und dann klingelt der Timer. Ist das nicht kontraproduktiv, wenn man eigentlich gerade den „Flow“ gefunden hat?
9:11 Lena: Das ist eine gute Frage. Es gibt ja auch die 52-17-Methode, also 52 Minuten Fokus und 17 Minuten Pause . Im Endeffekt geht es darum, einen Rhythmus zu finden, der zu einem passt. Diese rhythmischen Pausen sind wichtig, damit das Gehirn nicht überhitzt. Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass solche Pausen die Konzentration und Leistung insgesamt steigern, weil sie den mentalen Aufwand für die Selbstkontrolle reduzieren .
9:36 Jackson: Also im Grunde wie beim Sport: Man braucht die Satzpausen, um im nächsten Satz wieder voll drücken zu können. Was ich auch noch einen guten Ansatz finde, ist die „2-Minuten-Regel“ für den Kleinkram. Alles, was weniger als zwei Minuten dauert, macht man sofort, damit es gar nicht erst auf die To-do-Liste kommt und dort mentalen Platz wegnimmt . So hält man sich den Kopf frei für die dicken Brocken.
9:58 Lena: Genau. Es geht darum, diesen ganzen Kleinkram – dieses „Shallow Work“ – aus den Phasen rauszuhalten, in denen man eigentlich tief arbeiten will. Man könnte zum Beispiel sagen: Vormittags ist Deep Work Zeit, da werden keine Mails gecheckt und keine schnellen Anrufe gemacht. Und nachmittags, wenn die Konzentration eh nachlässt, erledigt man diesen ganzen administrativen Kram .
10:20 Jackson: Das klingt nach einem Plan. Man muss halt den Mut haben, mal nicht erreichbar zu sein. In Kliniken haben sie zum Beispiel das Anrufvolumen halbiert, indem sie einfach mehr auf Textnachrichten gesetzt haben . Das zeigt ja, dass man Kommunikation steuern kann. Man muss nicht sofort springen, wenn es bimmelt. Stell dir mal vor, wie viel entspannter dein Tag wäre, wenn du wüsstest: Die nächsten zwei Stunden gehört mein Kopf nur mir.